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Rechtssicheres Datensammeln mit Google Analytics


Das kostenlose Tracking-Tool Google Analytics kann jeder Webseitenbetreiber mit wenig Aufwand in seine eigene Webseite einbinden. Mithilfe dieses Tools kann jeder Betreiber detaillierte Informationen über seine Besucher sammeln, um seine Marketingaktivitäten daran auszurichten. Über dieses Tool haben deutsche Datenschützer lange mit dem Kopf geschüttelt. Doch nun hat sich Google mit den Hamburger Datenschützern auf eine rechtskonforme Nutzung von Google-Analytics geeinigt. Hält man sich nicht daran, muss man als Anbieter einer Webseite mit massiven Bußgeldern rechnen.

Vor der Nutzung von Google Analytics steht der pure, juristische Irrsinn. Bevor Sie Nutzerdaten sammeln dürfen, müssen Sie einen 15-seitigen schriftlichen Vertrag mit Google über die Auftragsdatenverarbeitung abschließen. Dieser Vertrag enthält “Regelungen zur Auftragsdatenverarbeitung” und “Technische und organisatorische Maßnahmen”. Diesen Vertrag müssen sie in zweifacher Ausfertigung mit frankiertem Umschlag an Google schicken. Sobald Sie das unterschriebene Gegenexemplar erhalten haben, können Sie loslegen. Vorher müssen allerdings noch alle Daten die Sie vor Abschluss des Vertrages gesammelt haben, gelöscht werden und es muss ein neues Google-Analytics-Konto erstellt werden.

Der wichtigste Punkt, den die deutschen Datenschützer vor der Einigung kritisiert haben, ist das Übertragen, Speichern und Weiterverarbeiten der vollständigen IP-Adressen der Webseitenbesucher. Nach zweijähriger Verhandlung haben sich Google und die deutschen Datenschützer darauf geeinigt, das die IP-Adressen nur verkürzt gespeichert werden dürfen. Dafür stellt Google eine Funktion “_anonymizeIp()” zur Verfügung. Diese Funktion müssen sie selbstständig in Ihren Code einfügen, da Google Ihnen nur den Code für das Standard-Tracking zur Verfügung stellt, bei dem die IP-Adressen vollständing gespeichert werden.

Als nächstes müssen Sie nun noch eine Datenschutzerklärung auf Ihrer Webseite einfügen bzw. anpassen. Der Nutzer muss über die Speicherung und Verarbeitung seiner Daten mit Google-Analytics informiert werden. Außerdem muss auf die Widerspruchsmöglichkeit des Nutzers hingewiesen werden, wobein ein Verweis auf das Browser-Add-on zur Deaktivierung von Google-Analytics ausreicht. Die Datenschutzerklärung platzieren Sie am Besten in Ihrem Impressum, so ist sie jederzeit verfügbar und kann von Ihren Besuchern leicht gefunden werden.

Die vielen Schritte, die Notwendig sind um Google-Analytics rechtssicher zu verwenden, zeigen wie weit entfernt, dass deutsche Datenschutzrecht von der Realität im Internet entfernt ist. Spätestens hier sollte jedem Politiker klar sein, wie dringend Handlungsbedarf in diesem Bereich besteht.


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